Auch wenn wir schlafen, ist arbeitet unser Gehirn weiter. Es träumt, verarbeitet Tagesreste und reagiert auch auf Außenreize. Dass das Gehirn in Leicht-und Tiefschlafphasen diese Reize von Sekunde zu Sekunde anders registriert, haben nun Forscher festgestellt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Schlafphasen: den REM-Schlaf, benannt nach den raschen Augenbewegungen in diesem Stadium („rapid eye movement“), in dem primär geträumt wird, und den Non-REM-Schlaf, bei dem sich wiederum Leicht- und Tiefschlafphasen abwechseln. Bereits vor einigen Jahren hat herausgefunden, dass das Gehirn im Leichtschlaf wesentlich aktiver ist als gedacht. Dennoch ging man bisher davon aus, dass das Gehirn in der Non-REM-Phase nicht auf äußere Reize reagiert. Das Problem dabei war allerdings, dass die alten Untersuchungsmethoden nur eingeschränkt sensibel waren.

Und dabei zeigte sich, dass die Reaktion des Gehirns auf Außenreize davon abhängt, was gerade im Schlaf spontan passiert. Eine zentrale Rolle dabei spielen sogenannte Schlafspindeln. Das sind Mikroereignisse, die periodisch im Schlaf vorkommen und rund eine Sekunde lang andauern. Die Reaktion des Gehirns ist wirklich von Sekunde zu Sekunde unterschiedlich und es hängt davon ab, ob das Spindelmuster gerade vorherrscht oder nicht“, so die Wissenschaftler. Das bedeute aber auch, dass unsere Wahrnehmung der Umwelt vom Gehirn vorgegeben wird. Während der Schlafspindeln ist das Gehirn völlig blockiert für Außeninformation. Man geht davon aus, dass es in dieser Zeit quasi mit sich selber beschäftigt ist und neue Informationen abspeichert oder ins Gedächtnis integriert.